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Untersuchungen an der thailändisch-kambodschanischen Grenze

APOPO arbeitet seit 2011 mit dem thailändischen Minenaktionszentrum (Thai Mine Action Center, TMAC), den Humanitären Minenräumeinheiten (HMAUs) und inländischen NGOs an der Entwicklung und Umsetzung eines detaillierten Landfreigabekonzepts. Diese Zusammenarbeit erlaubt die rasche Freigabe von Land aufgrund von Untersuchungen und minimiert die Verschwendung wertvoller Minenräumkapazitäten in Gebieten, die sich später als ohnehin unbelastet erweisen. Wenn Thailand es schaffen will, das Landminenproblem zu lösen und die Frist der Landminenkonvention einzuhalten, muss diese Methode der Landfreigabe bei allen Minenräumungsorganisationen angewendet werden, um die Effizienz der laufenden Operationen zu steigern.

Thailand empfängt jährlich Millionen von Touristen und ist eines der größten und attraktivsten Urlaubsziele weltweit. Nur wenige sind sich bewusst, dass es entlang der Grenzen ein massives Landminenproblem gibt – vor allem an der Grenze zu Kambodscha –, und dass die Bewohner dieser Regionen in ständiger Angst leben und nur begrenzten Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen haben. Dieses Problem kann mit internationaler Hilfe und der Umsetzung einer wirksamen Landfreigabe-Methodik gelöst werden.

Laut der Landmine Impact Survey (LIS) im Jahr 2001 befanden sich an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha drei Viertel des insgesamt betroffenen Gebietes und 51 von 69 in höchstem Maße betroffenen Gemeinden. Auf nationaler Ebene hat die LIS 530 Gemeinden in 27 von 76 Provinzen identifiziert und damit mehr als 500.000 Menschen, deren Leib und Leben von Landminen beroht ist. Mehr als die Hälfte der Minen-Unfälle haben sich an der Grenze zu Kambodscha ereignet. Artillerie und Mörser tragen ebenso zur Kontamination der Grenze bei, abgefeuert von vietnamesischen und Regierungstruppen, außerdem Speicher von Munition und Granaten, die kambodschanische Guerillatruppen hinterlassen haben. Die LIS hat zudem 139 betroffene Gemeinden an der Grenze zu Myanmar sowie 240 kontaminierte Gebiete aufgelistet. Untersuchungen und Räumungen waren bis vor kurzem nicht möglich, da immer wieder Konflikte zwischen Regierungstruppen aus Myanmar und bewaffneten anderen Gruppen aus dem Land auch diesseits der Grenze stattfanden. Die Kontamination an der Grenze zu Laos ist weitaus geringer, die an der Grenze zu Malaysia ist zu vernachlässigen.

Derzeit führen nur vier Humanitäre Minenräumeinheiten (HMAUs) und zwei kleine NGOs zusammen mit internationalen Partnern Minenräumungen in Thailand durch. Ihre Kapazitäten sind beschränkt und müssen deutlich ausgeweitet werden, damit das Problem in einem angemessenen Zeitrahmen gelöst werden kann.

Der Aufbau von Kapazitäten

Thailand hat noch einen langen Weg vor sich, bis es die Verpflichtungen der Anti-Personnel Mine Ban Convention (APMBC - auch bekannt als Ottawa-Abkommen) erfüllt hat. Die Kräfte im Land, die sich dieser Herausforderung stellen, müssen dringend ausgebaut und weiterentwickelt werden. APOPO wird seinen Beitrag dazu leisten.

Die Kapazitäten können verstärkt und fokussiert werden, um effizienter mit den bereits bestehenden Mitteln zu arbeiten. Dazu gehört, in die Ausbildung für die Durchführung von Untersuchungen zu investieren und im Zuge dieses Prozesses Land freizugeben. Ein großes Problem ist derzeit noch das fehlende Wissen um die Anwendung der nicht-technischen und technischen Untersuchungen und eine wirksame Landfreigabe-Methodik. Die notwendige Förderung durch Spender vorausgesetzt, möchte APOPO weiterhin daran arbeiten, diese Kapazitäten innerhalb der TMAC zu verankern.

Geschichte der Landminen in Thailand

Thailand wurde Mitte der 70er Jahre ungewollt in Konflikte seiner Nachbarländer verwickelt. Besonders die kambodschanischen Bürgerkriege führten zu erheblichen Kämpfen auf beiden Seiten der 700 km langen Grenze, Landminen wurden dort in großer Zahl ausgebracht. Während die thailändische Armee nur einige Minenfelder legte, waren es vor allem kambodschanische und vietnamesische Militärs sowie vor allem die Roten Khmer, die einen Großteil der Minen legten. Es existieren nur noch wenige Originalunterlagen über die Minenfelder; man geht davon aus, dass Minen fast überall entlang der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha liegen.

Das TMAC wurde gegründet, um sich dieser Aufgabe zu stellen. Die Norwegian People’s Aid (NPA) führte 2001 eine landesweite Untersuchung (Landmine Impact Survey, LIS) durch. Darin wurden mehr als 2000 Quadratkilometer gefährdetes Gebiet erfasst. Die LIS befasste sich mit den betroffenen Gemeinden, weniger mit der Identifizierung der präzisen Grenzen dieser verminten Regionen.

Seitdem wurden grenznahe Gebiete erneut durch lokale Organisationen und die militärischen Humanitären Minenräumeinheiten (HMAUs) unter Federführung des TMAC untersucht. Daraufhin wurde die Gesamtgröße der betroffenen Gebiete auf ca. 530 Quadratkilometer eingegrenzt. Die komplette Säuberung all dieser Gebiete würde Jahrzehnte dauern und mindestens 500 Millionen US-Dollar kosten.

Thailand hat das Anti-Personnel Mine Ban Treaty (APBMT), auch bekannt als Ottawa-Abkommen, am 3. Dezember 1997 unterzeichnet und am 27. November 1998 ratifiziert; am 1. Mai 1999 wurde es Mitgliedsstaat. Nach einem Antrag im Jahr 2009 wurde die Frist zur Einhaltung dieses Abkommens bis 1. November 2018 verlängert. Das Land wird diese Verpflichtung jedoch ohne eine wirksame Landfreigabe-Methodik nicht erfüllen können; dabei könnte mehr Land durch Untersuchungen, weniger durch Minenräumung, freigegeben werden.

Tripop Trimanka, Minenräumungsteam, APOPO/PRO, Thailand

Tripop Trimanka, Minenräumungsteam, APOPO/PRO, Thailand

„Meiner Meinung nach ist das, was wir hier haben, sehr wichtig. Ich helfe meinem Land auf dem Weg, die Landminenkonvention umzusetzen. Obwohl das Problem sehr komplex ist, bin ich zuversichtlich, dass wir es rechtzeitig gemeinsam lösen werden.

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Pushpin

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